Porträt: Im Auftrag des Reformationsjubiläums

Daniel Schmid Holz

Bereits vor vier Jahren übernahm Daniel Schmid Holz die «Themenhüterschaft» für das Reformationsjubiläum für die Evangelisch-reformierte Kirche des Kantons St. Gallen. Als Geschäftsführer des Jubiläums steht er nun im Mittelpunkt des Geschehens.

Der promovierte Theologe und Pfarrer ist Beauftragter für Erwachsenenbildung bei der Kantonalkirche und seit 2013 zusätzlich Geschäftsführer für das Reformationsjubiläum im Kanton St. Gallen. Die Aufgaben ergänzen sich gut: «Beides beinhaltet eine Mischung aus Nachdenken und Kontakt mit Menschen. Zudem muss man die Freude an Veranstaltungen mitbringen und Menschen gern haben. Mit den Aktivitäten im Reformationsjubiläum sprechen wir vermehrt Personen ausserhalb unserer Kirche an.»

Reformation im Alltag

In seiner Arbeit motiviert ihn besonders das Spannungsfeld «Kirche und Gesellschaft». «Die Kirche ist eine öffentlich-rechtliche Institution, die ihren Auftrag für das öffentliche Leben wahrnehmen muss», ist er überzeugt. Die Identitätsfragen der reformierten Kirche sieht er als grosse Herausforderung an. «Wir können zwar auf 500 Jahre reformierte Kirche und auf kulturelle Prägungen im Sinne von ‹du bist reformierter, als du denkst› zurückschauen. In der heutigen Zeit müssen wir uns jedoch wieder neu erklären und positionieren. Wir versprechen als Reformierte Nähe zu Gott und zu den Menschen – das heisst Spiritualität und Engagement für gelingendes Zusammenleben. Dafür stehen wir ein.»

Kontakt nach aussen

Die Vorbereitungen auf die Feierlichkeiten seien zu einer Basisbewegung geworden, in der die einzelnen Kirchgemeinden etwas beitrügen. «Wir wollen den Kontakt nach aussen suchen, mit jenen, denen wir nicht täglich begegnen.» Und wie sieht die Zusammenarbeit mit der katholischen Kirche aus? «Der Vergleich zwischen dem Gallus- und dem Reformationsjubiläum liegt zwar nahe. Doch bei ersterem feierte der Kanton Gallus als Person, bei uns jubiliert die reformierte Kirche. Dennoch haben wir von Beginn an den Kontakt zu Schwesterkirchen, Stadt und Kanton gesucht und führen auch gemeinsame Projekte durch. Die Strategiegruppe und das Patronatskomitee bilden diese breite Zusammenarbeit ab.»

Das persönliche Highlight von Daniel Schmid Holz ist die CD «semper reformanda» der Michael Neff Group. Der bekannte Jazztrompeter hat Stücke mit Reformationsbotschaften für die fahrende «ReformierBar» arrangiert. Sie basieren auf den sechs Wörtern zum Reformationsjubiläum – «quer», «denken», «handeln», «glauben», «neu» und «frei» – und sind in der Improvisation musikalisch erlebbar und spielerisch umgesetzt.